BioEconomy Cluster

Im BioEconomy Cluster forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehr als 50 Unternehmen sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen eng verzahnt in 16 Verbund- und 51 Teilprojekten entlang der Wertschöpfungsketten Holz und Chemie. Clusterpartner wie das Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP, das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ), das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ, Leipzig und Unternehmen wie Linde Engineering, Ante-Holz oder Homatherm sind dabei Impulsgeber für die Entwicklung einer starken, nachhaltigen Bioökonomie auf der Basis von Non-Food-Biomasse.

BioEconomy Cluster - Symbolbild

Wertschöpfung aus Non-Food-Biomasse

BMBF

Modellregion Bioökonomie
„Mit dem Spitzencluster BioEconomy findet die Vision der biobasierten Rohstoffversorgung ihren Weg aus der Forschung in die Praxis“, erklärt Prof. Dr. Birgit Dräger von der Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg. Aus nachwachsendem, CO2-neutralem Buchenholz entstehen in der Modellregion um Rottleberode, Leuna, Halle und Leipzig biobasierte Verbundwerkstoffe und Bauteile, Kunststoffe und chemische Basisstoffe.
Die Integration der Holz produzierenden und verarbeitenden Industrie um Rottleberode im Südharz eröffnet neue Anwendungsbereiche für die dort heimische Buche, beispielsweise im innovativen Holzbau. Für die Chemieindustrie wird anfallendes Restholz aus der Holzverarbeitung als Rohstoff verwendet. Verbleibende Stoffströme werden clusterübergreifend als Bioenergie genutzt. Diese erstmalige Vernetzung der Kernbranchen Holz-, Chemie- und Kunststoffindustrie, verbunden mit der regionalen Verfügbarkeit des Rohstoffs Buchenholz, ermöglicht die effiziente und ökonomische Bildung einer branchenübergreifenden Wertschöpfungskette.

Chemikalien aus Biomasse
Im BioEconomy Cluster werden chemische und kunststofferzeugende Industrien mit der Holzwirtschaft erfolgreich verknüpft. Unternehmen wie Linde Engineering treiben durch umfangreiche Projekte und Vorhaben die Skalierung in industrierelevante Maßstäbe voran. Der Cluster zieht auch internationale Konzerne an. So baut zum Beispiel die französische Global Bioenergies in Leuna eine Pilotanlage zur Herstellung von Isobuten aus Biomasse. Durch Fermentation können pro Jahr bis zu 100 Tonnen Isobuten gewonnen werden, das unter anderem für die Herstellung von Kunststoffen, Elastomeren und Treibstoffen verwendet wird. Wissenschaftlich begleitet wird dieses Projekt vom Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP, das 2012 in Leuna eröffnet wurde.

Standortvorteil
„Aus unserer Sicht ist der Spitzencluster BioEconomy für die Entwicklung und Implementierung neuer, innovativer biotechnologisch-industrieller Prozesse von großer Bedeutung“, sagt Dr. Markus Wolperdinger, Linde Engineering Dresden. „Wir freuen uns, dass wir Gründungsmitglied des Clusters sind und an einer Reihe von exzellenten Projekten mitarbeiten. Das stärkt auch unseren Standort Leuna als Zentrum für die Entwicklung und Skalierung innovativer biotechnologischer Prozesse.“ In Leuna kommen Forschung und Industrie zusammen. Mit einem integrierten biochemischen Prozess- und Anlagenzentrum verfügt der Chemiepark über eine optimale Infrastruktur.